Navigation Suchfunktion

__Navigationsstufe 1

__Brotkrumenpfad

Institut für Wirtschaftspädagogik

Track 6: Kompetenzentwicklung in informellen Lernkontexten

Informelles Lernen - die Planung des Zufalls?
Moderation: Prof. Dr. Sabine Seufert

 

 ReferentIN IWP Tagung

Prof. Dr. Sabine Seufert (Moderatorin)
Institut für Wirtschaftspädagogik, Universität St.Gallen

Abstract:
Kompetenzentwicklung in informellen Lernkontexten - „Informelles Lernen – die Planung des Zufalls?“

„Informal Learning is not new“, stellte Marsick (2009, p. 265) im Guest editorial der Spezialausgabe zu Informal Learning des Journals of Workplace Learning zurecht fest. Bereits in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde über „informal education“ und „informal learning“ debattiert (Knowles, 1951). In den letzten Jahren lässt sich wieder mehr Bedeutung zum informellen Lernen erkennen. Dabei wird in den letzten Jahren vermehrt die Notwendigkeit hervorgehoben, informelles Lernen in Organisationen in einer Wissensgesellschaft zu unterstützen. Daher hat das informelle Lernen seit den 90er Jahren eine enorme Popularität als Forschungsthema gewonnen, es ist zu einem breiten und interdisziplinären Forschungsfeld geworden (Eraut, 1994; Marsick & Watkins, 1990; Schugurensky, 2000; Straka, 2004; Marsick, 2009).
Darüber hinaus gewinnt informelles Lernen zunehmend an Aufmerksamkeit aufgrund der technologischen Entwicklungen im Kontext von Web 2.0 und sozialem Lernen im Netz. Durch den Einsatz von Web 2.0 Technologien, wie Wikis, Blogs, Podcasts oder soziale Netzwerke wie Xing oder Facebook, nehmen die Möglichkeiten, informelles Lernen ausserhalb formaler Lernsettings zu unterstützen, rasant zu. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Dynamik informellen Lernens und auch das Zusammenspiel zwischen formellem und informellem Lernen besser zu verstehen, um Aufschlüsse für die Gestaltung neuer Lernumgebungen im Kontext lebenslangen Lernens zu erhalten.
In diesem Zusammenhang wird häufig betont, dass Lernen – zumindest aus pädagogischer Perspektive – zunehmend in einem informelleren Rahmen direkt am Arbeitsplatz stattfinden wird und unterstützt werden sollte. Daher bedeutet die Organisation von Lernen in diesem erweitertem Sinne nicht nur die Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen, sondern auch die (Mit-)Gestaltung der Rahmenbedingungen für Lernen, dass heisst einer lernförderlichen Organisation.
Was bedeuten diese Entwicklungen für die Wirtschaftspädagogik, insbesondere für das Bildungsmanagement in Organisationen, informelles Lernen zu unterstützen – die Planung des Zufalls zu initiieren?
In diesem Workshop wird auf diese zentrale Leitfrage eingegangen sowie ein Überblick in das Forschungsprogramm des IWP gegeben, welches die Kompetenzentwicklung der Lehrenden in den Fokus rückt:

„Teacher Learning in the Context of Educational Innovations: The Impact of Informal Learning in ICT-based Learning Environments”

The overall objective of this research project is to gather new insights on how to design and evaluate teacher education comprising informal learning and the use of ICT (in particular new web 2.0 technologies). The aim is to identify and orchestrate informal learning activities which fit the specific learning context and culture of the organization, to design appropriate ICT-based learning environments, to review the effectiveness of the learning activities, and finally to derive practical recommendations for designing scenarios for the professional development of teachers.

CV:
Prof. Dr. Sabine Seufert studierte Wirtschaftspädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg und promovierte in Wirtschaftsinformatik an der Universität Münster. Nach Praxiserfahrungen in kaufmännischen Berufsschulen sowie in der betrieblichen Weiterbildung ist sie seit 1997 an der Universität St. Gallen. Zunächst im Bereich Wirtschaftsinformatik, um das Learning Center von Frau Prof. Back aufzubauen. Danach leitete sie drei Jahre einen neuen MBA Studiengang zu Medien- und Kommunikationsmanagement am Lehrstuhl von Prof. Peter Glotz. In 2000 war sie als Visiting Scholar am Stanford Learning Lab an der Stanford University in Palo Alto, Kalifornien tätig. 2003 wechselte sie an das Institut für Wirtschaftspädagogik, um dort als Geschäftsführerin das von der Gebert Rüf anschub finanzierte Swiss Centre for Innovations in Learning (scil) aufzubauen und zu leiten. In 2006 schloss sie erfolgreich ihre Habilitation zum Thema "Innovationsorientiertes Bildungsmanagement" ab und wurde zur Assistenzprofessorin an der Universität St. Gallen ernannt. 2008 folgte sie einer Gastprofessur an die University of Southern Queensland (USQ) in Australien und lehnte im gleichen Jahr einen Ruf der dortigen Universität ab. In 2009 wurde sie auf den Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik berufen und gleichzeitig als Direktorin am Institut für Wirtschaftspädagogik ernannt. 

 ReferentIN IWP Tagung

Frederik G. Pferdt
Google Learning Labs, Irland

CV:
Frederik G. Pferdt ist Global Program Manager für Innovation & Creativity bei Google und glaubt, dass Innovation und kreative Fähigkeiten der Schlüssel zu einem besseren Leben sind.

Frederik war nominierter Visiting Scholar am Center for Design Research (d.school) der Stanford University, wo er mit dem Stanford d.prize 2009 in Design Thinking ausgezeichnet wurde. 2009 gründete er das LearningDesign:Lab und promoviert zur Zeit an der Universität Paderborn am Department Wirtschaftspädagogik. Als Research Scholar war er zudem am EdLab, Columbia University tätig und führte inspirierende Design Thinking Workshops für verschiedene Gruppen von Kindergartenkindern, Lehrern bis CEOs durch.
Seine Erfahrungen hat er in verschiedenen nationalen und internationalen Industrie- und Beratungsunternehmen wie auch in seiner intensiven Lehrtätigkeit erworben.
Er ist Autor und Co-Autor von wissenschaftlichen Artikeln über Learning Design, eLearning, Change Management und Mentoring und veröffentlichte über 18 Artikel in einschlägigen nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Er lebt zur Zeit an der irischen Küste in Dublin mit seiner Frau und seinem Sohn.

 

 Referent Tagung

Prof. Dr. Wolfgang Wittwer
Gesellschaft für Innovationen im Bildungswesen (GIB), München

Abstract:
„Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein“, so ein Sprichwort. Überträgt man diese Metapher auf das Lernen, dann gleicht informelles Lernen dem Wandern. Um aber nicht planlos umher zu irren, benötigt der Wanderer eine Karte bzw. Wegmarken - also Orientierung.
Die Frage ist, woher beim informellen Lernen diese Orientierung kommen kann und welche „Wegmarken“ vorhanden sein müssen, um an sein Ziel zu kommen. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Dynamisierung gesellschaftlicher Prozesse sowie zieloffener Entwicklungen müssen sich die Lernenden heute selbst - vor allem in der Weiterbildung - immer mehr Orientierung geben und sich als autonome Lernende verstehen. Dieses neue Rollenverständnis kann auf Seiten der Bildungsträger wie der Lehrenden zu Unsicherheit sowie zu Planungs- und Kontrollängsten führen. Können doch Lernprozesse immer weniger beeinflusst und gesteuert werden. Beim Zulassen bzw. der Förderung informeller Lernprozesse befindet sich daher eine Bildungseinrichtung in der paradoxen Situation, einerseits die Kontrolle über die Lernprozesse zu verlieren, andererseits den Lernenden neue Chancen zum Lernen und damit zur individuellen Kompetenzentwicklung zu ermöglichen.

CV: 
Studium der Soziologie , Erziehungswissenschaft und Erwachsenenbildung.
Mehrjährige Tätigkeit als Weiterbildungsreferent in einem Industrieunternehmen.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Bundeswehr München. Vertretung des Lehrstuhls für Berufs- und Wirtschaftspädagogik/Theorie der beruflichen Bildung an der Universität Oldenburg. Professur für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Berufsbildung insbesondere betriebliches Bildungswesen an der Universität Bielefeld. Mitglied der Gesellschaft für Innovationen im Bildungswesen München. Trainer und Berater für Wirtschaftsunternehmen und Bildungseinrichtungen.
In den letzten Jahren hat er sich mit gesellschaftlichen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen im Bereich von Arbeit, Beruf und Bildung beschäftigt. Dabei interessiert ihn insbesondere die Frage, welche Veränderungskompetenz die Erwerbsfähigen für den Umgang mit diesen Prozessen benötigen bzw. welche neuen Kompetenzen sie in diesen Situationen erwerben.

Veröffentlichungen u. a.:
Wittwer, W./Kirchhof, St. (Hrsg.): Informelles Lernen und Weiterbildung. Neue Wege zur Kompetenzentwicklung. München/Unterschleißheim 2003 (Grundlagen der Weiterbildung)

Wittwer, W.: Stärken stärken. Nutzen Unternehmen das Potenzial ihrer Mitarbeiter? In: Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (Hrsg.): Neue Ansätze der Personalentwicklung für kleine und mittelständische Unternehmen. Anregungen aus Wissenschaft und Praxis. Düsseldorf 2006, S. 29 – 38

Wittwer, W.: Vom Lernen zum Lehren und zurück – Formen der Lehre in der beruflichen Weiterbildung. In: Nuissl, E. (Hrsg.): Vom Lernen zum Lehren. Lern- und Lehrforschung für die Weiterbildung. Bielefeld 2006, S. 193 – 207

Wittwer, W.: Individuelle Stärkenentwicklung – Navigator für die berufliche Entwicklung. In: Walkenhorst, U., u. a. (Hrsg.) (2009): Kompetenzentwicklung im Gesundheits- und Sozialbereich. Bielefeld, S. 23 – 34

Wittwer, W.: Vom ‚Betroffenen’ zum Change Agent – Management von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen durch individuelle Veränderungskompetenz. In: Strikker, F. (Hrsg.): Human Ressource im Wandel. Bielefeld 2010, S. 159 – 180

 

Akkreditierungen:Logo AACSBLogo EQUIS Mitglied von:Logo CEMSLogo PIMLogo APSIA