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Prof. Dr. Taiga Brahm (Moderatorin)
Institut für Wirtschaftspädagogik, Universität St.Gallen
Abstract:
Kompetenzentwicklung in Hochschulen: Ansätze für die Gestaltung studentischer Lernkulturen?
In Diskussionen um das Lehren und Lernen an Hochschulen stehen seit einigen Jahren Forderungen nach Outcome-Orientierung, fachlicher und überfachlicher Kompetenzentwicklung der Lernenden sowie studierendenzentrierten Lernformen im Vordergrund. Gerne wird dabei lamentiert, dass die Rahmenbedingungen der Bologna-Reform eine Einlösung dieser Forderungen unmöglich machen.
Die Session umfasst Vorträge und Diskussionen zu der Frage, inwieweit denn Lehren und Lernen an Hochschulen früher anders war, und vor allem auch mögliche Lösungsansätze darstellen, wie studentische Lernkulturen an Hochschulen, von Seiten der Hochschullehrenden oder durch eine entsprechende Gestaltung der Studienprogramme, weiterentwickelt werden kann. Nach den Vorträgen werden im Rahmen eines Workshops verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung von Lernkulturen diskutiert und weiterentwickelt, sodass ein Transfer auf Ihre Kontexte möglich wird.
CV:
Dr. Taiga Brahm, ist Assistenzprofessorin für Hochschulentwicklung an der Universität St. Gallen. Sie studierte Wirtschaftspädagogik an den Universitäten Mainz und Gent/Belgien. Im Anschluss leitete sie an der Technischen Universität Kaiserslautern einen Fernstudiengang. Von 2006-2010 war sie als Projektleiterin am Swiss Centre for Innovations in Learning (scil) tätig. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte beinhalten die Entwicklung von Einstellung und Motivation in der Studieneingangsphase, (Weiter-)Entwicklung von Studienprogrammen sowie (technologiegestützte) Hochschuldidaktik.
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Prof. Dr. Gabi Reinmann
Universität der Bundeswehr, München
Abstract:
Früher war alles genauso!? Aufgaben und Grenzen der Hochschullehre
Die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Hochschullehre praktiziert wird, ändern sich ebenso wie Studierende und Lehrende, die zu anderen Zeiten andere Voraussetzungen und Erwartungen haben. Folglich kann auch die Hochschullehre nicht bleiben, wie sie war und ist. Dennoch ist zu vermuten, dass es Konstanten bzw. Invarianten vor allem bei den Aufgaben und Zielen gibt, die man mit der Hochschulbildung verbindet. Kompetenzentwicklung – so meine These – ist weder eine neue Aufgabe noch ein neues Ziel. Versteht man unter Kompetenzen die Verknüpfung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Haltungen, die den, der sie erwirbt, in verschiedenen Situationen handlungsfähig macht, dann sollte sich in den letzten 40 Jahren – und auf diesen Zeitraum beschränke ich mich der Einfachheit halber – nicht viel geändert haben: Lehre zielt darauf, Menschen Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen beizubringen – sei es direkt, sei es indirekt. Das ist heute so und das war früher genauso. Früher wie heute aber haben wir keine befriedigende Antwort auf die Frage, wie wir das am besten hinbekommen: anderen etwas beizubringen. Zwar stehen wir aktuell vor einer Vielfalt didaktischer Empfehlungen, die zwischen verschiedenen Kompetenzzielen und Bedingungen differenzieren, darauf aufbauend verschiedene Methoden und Medien kombinieren und letztlich zu unzähligen didaktischen Szenarien führen. Damit erreicht man allerdings nicht automatisch eine „bessere Lehre“; im schlimmsten Fall produziert man Verwirrung bei den Hochschullehrern, die sich nicht professionell mit hochschuldidaktischen Fragen beschäftigen.
In meinem Vortrag möchte ich mich vor diesem Hintergrund mit der Frage beschäftigen, ob und wie eine Konzentration auf das Wesentliche in der Hochschullehre möglich wäre. Als Anker dient mir die „Zeigestruktur der Erziehung“ von Klaus Prange – ein Ansatz, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Invariante als eine Form in der Pädagogik herauszuarbeiten. Mein Ziel ist es, die Brauchbarkeit dieses Ansatzes für die Hochschullehre zu analysieren. Dabei werden mehrere Teilthemen eine Rolle spielen: so z.B. die Bedeutung der Rezeption in der Hochschulbildung, die meiner Ansicht nach zu Unrecht in Misskredit geraten ist, sowie die unterschiedlichen Zeitstrukturen beim Lehren und Lernen, die zumindest eine Ursache für typische Probleme in der Hochschullehre sein könnten. Ob ein theoretischer Ansatz, der sich trotz (oder wegen) der hohen Komplexität pädagogischer Situationen auf die Suche nach einem einfachen Kern begibt,für die Hochschullehre ein Lösungsweg oder eine Sackgasse sein könnte, möchte ich im Workshop mit den Teilnehmer/innen gerne auch kontrovers diskutieren.
CV:
Dr., Univ.-Prof., Dipl.-Psych.; Jg. 1965; Studium und Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München in den Fächern Psychologie, Pädagogik und Psycholinguistik; wissenschaftliche Mitarbeiterin, später Assistentin am Institut für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie (Lehrstuhl Prof. Mandl); Habilitation zum Thema Wissensmanagement im Jahr 2000; nebenberufliche Beratertätigkeit beim Unternehmensreferat Wissensmanagement der Siemens AG in den Jahren 2000/2001; 2001 bis 2010 Professorin für Medienpädagogik an der Universität Augsburg; 2007 Gründung des Instituts für Medien und Bildungstechnologie an der Universität Augsburg; seit April 2010 Professorin für Lehren und Lernen an der Universität der Bundeswehr München. Schwerpunkte in Forschung, Lehre und Entwicklung: Didaktisches Design, E-Learning/Blended Learning und Wissensmanagement in Schule, Hochschule, Non-Profit-Bereich und Wirtschaft.
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Dr. Franziska Zellweger Moser
Pädagogische Hochschule Zürich
Abstract:
Die Gestaltung von Lernkulturen an den Schweizer Fachhochschulen - Entwicklungen und Herausforderungen
In der Schweiz fiel die Entwicklung der Fachhochschulen mit der Umsetzung der Bologna-Anforderungen zeitlich fast zusammen. Von den eher traditionellen Fachbereichen Technik und Wirtschaft, über neue Bereiche wie Soziale Arbeit oder Gesundheit bis hin zu Musik, Theater oder Design befanden und befinden sich alle auf der Suche nach einer neuen eher hochschulisch ausgerichteten Lernkultur.
Dabei bestehen grosse Unterschiede im Hinblick auf die Hintergründe des Entstehens der Fachhochschulen die disziplin- bzw. berufsspezifischen Referenzsysteme, die bisherigen (lern)kulturellen Ausbildungspraktiken oder auch die Herkunft/ Vorbildung der Studierenden.
Gleichzeitig lassen sich auch wichtige parallele Diskussionen beobachten. Diese fokussieren zentrale Fragen, die über die Welt der Fachhochschulen und die Grenzen der Schweiz hinaus von Relevanz sind:
- Was macht Hochschulbildung aus? Welche Rolle haben Dozierende und Studierende?
- Wie lässt sich die eingeforderte Kompetenzorientierung der Curricula konstruktiv nutzen?
- Wie kann das Verhältnis von Theorie und Praxis adäquat gestaltet werden?
Ausgehend von konkreten Umsetzungsbeispielen möchte ich übergreifende Spannungsfelder bezüglich der Gestaltung von Lernkulturen herausarbeiten und zur Diskussion stellen.
CV:
Franziska Zellweger studierte an der Universität St. Gallen (HSG) Wirtschaftspädagogik. Von 2002-2006 Dissertation bei Dieter Euler zum Thema der Strategischen Planung von eLearning Support an Forschungsuniversitäten. 2003/2004 Forschungsaufenthalt am MIT Center for Educational Computing Initiatives, Cambridge USA. Von 2007-2009 Nachwuchsdozentin der Universität St. Gallen für Hochschulentwicklung. Seit 2009 Dozentin am ZHE - Zentrum für Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung der Pädagogischen Hochschule Zürich.
Arbeitsschwerpunkte: Fragestellungen an der Schnittstelle von Didaktik und Organisation, u.a. Curriculum-Entwicklung, Studierendenorientierung, Third Space Professionals
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Tobias Jenert, M.A.
Institut für Wirtschaftspädagogik, Universität St.Gallen
Abstract:
Reicht «gute » Lehre für ein «gutes» Studium? Ein Blick auf das Lernen Studierender jenseits des Vorlesung-Saals
Wenn über die Qualität der Lehre an Hochschulen gesprochen wird, dreht sich die Diskussion meist um Lehrveranstaltungen beziehungsweise um deren didaktische Ausgestaltung. Allerdings hängt die Kompetenzentwicklung innerhalb eines Studiums von weit mehr ab als dem Lernen der Studierenden auf Veranstaltungsebene. Ebenso entscheidend ist die Frage, wie gut es Studierenden gelingt, die verschiedenen curricularen und extracurricularen Lernaktivitäten im Studienverlauf zu einem konsistenten Lernprozess zu verbinden. Diesen Lernprozess, der sich langfristig über verschiedene Lernaktivitäten erstreckt, zu unterstützen sollte als wesentliche didaktische Herausforderung für die Gestaltung der Hochschullehre betrachtet werden. Allerdings stellt sich mit Blick auf eine solche Didaktik eine Reihe von Fragen, die nicht die Mikroebene von Veranstaltungen, sondern die Makroebene ganzer Studienprogramme betreffen. Wie entscheiden Studierende beispielsweise, welche Wahlveranstaltungen sie bevorzugen? Wie verteilen sie ihre (zeitlichen) Ressourcen über die zahlreichen Lernaktivitäten innerhalb eines Semesters? Wie nehmen sie mehr disziplinäre Programme wahr? Unter welchen Bedingungen gelingt es ihnen, interdisziplinäre Bezugspunkte zu erkennen? Vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte um die "Wirkungen" der Bologna-Reformen – bzw. der damit einhergehenden Studienstrukturen – sind diese Fragen derzeit besonders aktuell. Es wird jedoch nicht gefragt, wie Bologna auf die Studierenden wirkt, sondern wie Studierende mit Bologna-konformen Studienkontexten umgehen und auf Basis welcher Vorstellungen sie dabei handeln.
Ausgehend von vier Fallstudien illustriert der Vortrag, dass die Gestaltung des Lernens jenseits der Einzelveranstaltung, also auf Ebene eines gesamte Studienprogramms, einen didaktisch relevanten Faktor für die Qualität von Studienergebnissen darstellt. Bisher hat die Forschung Studienprogramme vor allem unter dem Gesichtspunkt der organisatorischen Bewältigung – beispielsweise mit Blick auf die Arbeits- und Prüfungsbelastung – untersucht. Demgegenüber geht es in dem Vortrag um die Frage, wie Studierende dabei unterstützt werden können, ihr Lernen über die zahlreichen curricularen und extracurricularen Lerngelegenheiten des Studiums sinnvoll und ihren Zielen gemäss zu gestalten. Thematisiert werden dabei sowohl die Herausforderungen, welchen sich Studierende bei der Bewältigung ihres Studienalltags gegenübersehen
CV:
Tobias Jenert, MA, studierte an der Universität Augsburg Medien und Kommunikation. Von 2005 bis 2008 Mitarbeit an der Professur für Medienpädagogik (Prof. Gabi Reinmann). Seit April 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP) der Universität St. Gallen. Tätigkeiten im Team Hochschulentwicklung der Universität St. Gallen und Mitglied des Doktorandenprogramms "Rethinking Education in the Knowledge Society" (www.red-ink.ch), gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds. Arbeitsbereiche: Hochschulentwicklung, selbstorganisiertes und reflexives Lernen, Technologieunterstützes Lernen. |